Freitag, 17. Juni 2011

Krönchen oder Törtchen?


Immer diese Entscheidungen! Hinter jeder Ecke lauern heute quälende Fragen und treiben uns damit fast zur schieren Verzweiflung. Jeder will Antworten. Und nun auch noch hier! Trotzdem, denn schließlich geht es hier um etwas Großes: Krönchen oder Törtchen - das ist hier die Frage. Schrecklich nicht wahr?

Aber seien wir doch mal ehrlich, wer wollte in seinem Leben nicht schon mal Prinzessin/Prinz/Königin oder König sein? Jeden Tag leckerste Speisen, immer schicke Klamotten und natürlich jede Menge Personal. Nie wieder Fenster putzen, Staub saugen und Gläser polieren. Herrlich! Und wenn ich ganz subobjektiv darüber nachdenke, dann finde ich, dass angesichts des aktuellen Mangels an passablen "Kronen" ein solches Krönchen-Angebot durchaus reizvoll klingt. Denn gerade für uns Normalsterbliche ist doch so ein Kopfputz eher unerreichbar. Und selbst Blaublütige, wie z.B. ein gewisser Charles Philip Arthur George Mountbatten-W. aus E., müssen sich jahrzehntelang mühen um endlich das ersehnte Schmuckstück in den Händen zu halten. Wenn ich mir jedoch vorstelle, jeden Morgen meine Tasse Tee zusammen mit Lisebeth trinken zu müssen,  da relativiert sich schnell so ein Traum vom gekrönten Glück. Scheinbar dann doch ein aussichtloser Unterfang, da bleibt dem Laien eigentlich nur noch ein Karriere offen: umschulen auf Karnevalsprinz, Wein- oder Schönheitskönigin -  auch nicht jedermanns Geschmack...

Aber ich schweife herrlich ab! Dabei wollte ich eigentlich nur eine klare Entscheidungshilfe für das Törtchen/Krönchen Problem geben. Inzwischen glaube ich, dass diese Aufgabe einfach unlösbar ist und so empfehle ich mein Universal-Rezept und bitte darum sich spontan zu entscheiden: eine Variante für Grobmotoriker und die andere für filigrane Tellerkünstler.

P.S: Es gibt entschieden zu wenig Glääämer in Foodblogs!



  • grünes Spargelmousse und geschmorte Radieschen
  • für 4 Personen
  •   
  • grüner Spargel, 500 g
  • Schalotten, 1-2 mittlere
  • junger Spinat, 1 handvoll
  • Sahne, 375 ml
  • Gelatine, 5 Blatt
  • Zitronensaft, 1 Spritzer
  • Butter
  • Muskatblüte, Salz, Pfeffer
  •   
  • Radieschen, 1 Bund
  • Butter
  • weißer Balsamessig (Gölles)
  • Kresse
  • Salz, Peffer
  1. Gelatine in kaltem Wasser einweichen.
  2. Spargel am unteren Drittel schälen und gar dämpfen. Die Stangen in Scheiben schneiden und die Schalotten würfeln. Beides in etwas Butter anschwitzen, den gewaschenen Spinat dazugeben, anschwitzen und dann mit 125 ml Sahne ablöschen. Das Ganze kurz etwas einkochen lassen und  in einem Standmixer ggf. portionsweise für mehrere Minuten sehr fein pürieren (Ein Mixstab funktioniert hierfür nicht so gut) und kräftig abschmecken.
  3. Die ausgedrückte Gelatine in die heiße Masse einrühren, bis sich diese aufgelöst hat. Das Ganze auf mindestens 30-35 Grad abkühlen lassen und dann die restliche halbsteif geschlagene Sahne unterheben und in möglichst kleine Portionsförmchen füllen und sofort kaltstellen.
  4. Radieschen putzen, halbieren oder vierteln in Butter anschwitzen, mit etwas Balsamessig abschmecken und würzen. Beim Anrichten die frische Kresse dazugeben.
  5. Das Krönchen habe ich lediglich aus weißem Spargel und natürlich ohne Spinat zubereitet. Für die Einfassung gedämpfte Spargelspitzen halbieren, in Ringe geben und das angezogene Mousse mit einem Spritzbeutel einfüllen und kühlstellen.Wenn das Mousse fest ist, den Ring abziehen und mit einem blanchierten Schnittlauchhalm verschnüren.

Kommentare:

  1. Ich wollte auch als Kind niemalsnie Prinzessin sein - immer nur Winnetous Schwester oder Lederstrumpf.
    Vielleicht mag ich deshalb diese Krönchen am Teller nicht (auch wegen des von mir nicht so geliebten Hofstaates aus Garnelen und Jakobsmuscheln).

    Daher ein republikanisches Votum für das schlichte Törtchen.

    AntwortenLöschen
  2. Das sieht ja nicht nur lecker, sondern auch wunderschön aus.

    LG

    AntwortenLöschen
  3. Sieht toll aus, leider ist es wg. der Gelantine nichts für mich.

    Ich bin übrigens so was wie ein Hobby-Krönchen-Trägerin. Bin bei einer Mittelaltergruppe, das ist super, um mal Krönchen zu tragen ;-)

    AntwortenLöschen
  4. Ich schließe mich Eline an - Cowboy, Raufbold o.ä., aber nie Prinzessin.

    Das schlägt sich in Design und Küche nieder - puristisch, irgendjemand meinte mal unpretentiös. Mir gefällt daher Dein erster Teller auch fast besser, obwohl der zweite mich nie an eine Krone erinnert hätte und auch ganz toll aussieht. An Hummer, Garnelen und so Zeugs habe ich mich mal überfressen und esse jetzt nur noch sehr sparsam davon.

    AntwortenLöschen
  5. @Eline: ich sehe schon, da werde ich wohl nochmal einen Text zum Thema Karl May schreiben müssen... im Herzen bin ich natürlich auch durch und durch Republikaner.

    @Manu: oh, danke sehr.

    @Bengelchen: Endlich mal eine bekennendes gekröntes Haupt :-)

    @Barbara: ich verrate dir ein Geheimnis: geschmacklich fand ich die erste Variante persönlich auch spannender. Es jedoch Vorsicht bei den Portionen geboten, da so ein Törtchen auch ordentlich satt macht.

    AntwortenLöschen
  6. Ich war zwar auch nie Prinzessin im Fasching, aber in diesem Fall plädiere ich für das Krönchen. Schaut schick aus!

    Und ich gebe Dir absolut recht, viel zu wenig Glääämer in Foodblogs. Ich schreib das mal auf die 180° Ideenliste. Nach Dessous und Tierbabies muss es ja irgendwie weitergehen :))))

    AntwortenLöschen
  7. Die Spargelspitzen für die "Krone" wurden kurz in Butter gar gezogen oder gedämpft ? :D Sieht toll aus

    AntwortenLöschen

Related Posts with Thumbnails