Freitag, 13. August 2010

Birnen, Bohnen, Speck


Da komme ich abgearbeitet nach einer 4 stündigen Reise nach Hause und glaube meinen Augen, Ohren und natürlich meiner Nase nicht. Bereits im Treppenhaus hatte ich einen ersten Verdacht. Und beim öffnen der Wohnungstür wird mir schlagartig klar: Herr J. kocht! und wenn er kocht, dann wird regionale und herzhafte Küche geboten. Mit freudiger Erwartung schaue ich in den großen Topf, der leise brodelnd auf dem Herd steht: ein norddeutscher Klassiker in Reinnatur - Birnen, Bohnen und Speck.

Das in Hamburg und Schleswig-Holstein so beliebte Gericht hat nur für kurze Zeit Saison. Frische grüne Bohnen und kleine, steinharte und ansonsten fast nicht genießbare Kochbirnen werden hierfür benötigt. Diese Zutaten sind aber nur im August und September auf den Märkten zu finden. Zusammen mit rauchigem Speck und peffrigem Bohnenkraut ergeben Sie dann eine Speise, die Leib und Seele zusammenhält.

Bei einem solchen Essen, da räume ich freiwillig die Feuerstelle und lasse mich bekochen.



  • Birnen, Bohnen, Speck
  • für 4 Personen
  •   
  • Gemüsebrühe, 1,5 Liter
  • mittelgroße Zwiebeln, 3 Stück 
  • Speckscheiben, 2 Stück á 1 cm Dicke
  • frische grüne Bohnen, 1 Kilo
  • frisches Bohnenkraut, 1/2 Bund
  • kleine Kochbirnen, 12 Stück
  • Salz, Pfeffer
Die Zwiebeln in ansehnliche kleine Würfel schneiden und zusammen mit den Speckscheiben für 10-15 Minuten in der Brühe bei kleiner Hitze köcheln lassen. Während dieser Zeit die Bohnen unter klarem Wasser waschen und dann putzen.

Das Fleisch aus der Speckbrühe nehmen und stattdessen die Bohnen hineingeben. Das Gemüse nun ebenfalls für 10 Minuten garen. Parallel die Blüten der Birnen mit einem spitzen Küchenmesser entfernt. Diese dann auch zum Sud geben. Wer geschickt ist, kann so auch das Kerngehäuse entfernen - das wäre aber nicht authentisch. Das Obst ist nach ca. 10-15 Minuten bissfest gegart. 

➽ Die kräftige Brühe ggf. mit etwas Salz und Pfeffer abschmecken und dann Birnen, Bohnen und Speck in einem tiefen Teller anrichten.








Kommentare:

  1. Ich hatte mal eine Sendung mit Heidi Kabel gesehen, wie sie von Birn-Bohnen-Speck extrem schwärmte - mir war diese für Süddeutsche sehr ungewohnte Kombination völlig neu und extrem suspekt. Ich glaube, das war mit Biolek und der war auch nicht so angetan vom Ergebnis, wenn ich mich recht erinnere.

    Bisher habe ich das noch nicht probiert. Aber wenn Ihr alle so schwärmt...

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  2. Kochen und Essen, Barbara! Das ist etwas ganz Wundervolles. Soulfood!

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  3. @ AT: Wenn das aus Deinem Mund kommt, glaube ich das. :-)

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  4. Tschuldigung, wenn ich dieses Idyll stören muss, aber ich gehöre zu denen, die sich bis heute nicht an diesem Gericht erfreuen können.
    Vielleicht würde ich eine einmalige Ausnahme machen, wenn Herr Suse mich ebenso mit Selbstgekochten überraschen würde. Aber da das eh nicht zu erwarten ist... ;o)

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  5. @Barbara: Ich wurde auch erst langsam an solche Sachen herangeführt: Grünkohl und Pinkel, gebratener Knipp und Labskaus - dass sind wirklich z.T. schon recht gewöhnungsbedürftige Speisen :-)

    @AT: geschäftiges Klappern in der Küche kann so ein einfacher Seelenwärmer sein...

    @Suse: so ähnlich geht es mir bei Labskaus... die Optik ist ja auch nicht ganz unwichtig. Manche Gerichte sehen einfach so wie die Fertignahrung im Krankenhaus aus und da verweigert sich mein Magen und antwortet mit Appetitlosigkeit.

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  6. Sehr, sehr lecker!
    Weil ich viele Birnen übrig hatte und nicht schon wieder backen wollte ;-), gabs das gestern! Ich hatte übrigens Pellkartoffeln dazu gekocht.
    O-Ton meines Mannes: Also jeden Tag bräuchte ich das nicht, aber 2 mal die Woche wäre o.k. :-)))

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  7. @Monika: Das war doch wohl einer voller Erfolg. Oder? :-)

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  8. Mir als Rheinländer war dieses gericht jahrelang suspekt.Dann habe ich es einfach einmal ausprobiert und frage mich :warum habe ich es nicht schon vor jahren gekocht.Sehr lecker und fein im Geschmack

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