Dienstag, 3. August 2010

Wachauer Marillenknödel

Marillen zählen zu meinen absoluten Favoriten im Sommer. Vielleicht auch deshalb, weil man die wirklich guten aus Österreich und Frankreich hier im Norden doch eher suchen muss. Wehmütig denke ich an unsere letzte K. und K. Reise zurück. Wir waren wohl gerade auf dem Weg von Prag nach Budapest, irgendwie über Wien als uns die Früchtchen in der Wachau geradezu in den Mund wuchsen. Marillen bis zum Horizont - ich hätte Eimer füllen können! Daran hat uns leider der ortsansässige Bauer gehindert. Okay, der Mann muss ja auch irgendwie seine Familie ernähren. Gut das Mundraub in Deutschland nur bis 1975 mit 500 DM oder 6 Wochen Haft bestraft wurde.
So bleibt mir nur die Erinnerung und natürlich die Möglichkeit diese von Zeit zu Zeit geschmacklich aufzufrischen. Glücksellig ist dann wohl auch der Suchende, wenn er die erhofften Früchtchen findet:




...und wenn er Sie findet, dann wird daraus ein Marillenknödel. Dieser Klassiker aus Österreich gilt ja eher als schwieriger Kandidat. Ich kann nur sagen - mit diesem Rezept kann es eigentlich nur gelingen. Das Original stammt von Familie Köck aus der Wachau, gelesen in der E&T und sehr frei von mir interpretiert:
  • Marillenknödel
  • für 4 oder 8 Personen
  •  
  • Marillen, 8 Stück
  • Würfelzucker, 8 Stück
  • Marillenbrand, 2 Esslöffel
  • Quark 20 %, 250 g
  • Mehl, 150 g
  • weiche Butter, 125 g
  • Eier, 2 Stück
  • Vanille gemahlen, gute Prise
  • gemahlene Mandel, 100 g
  • loser brauner Zucker, 4 Esslöffel
  •    
  • Butter für die Nussbutter, 125 g
Quark, gesiebtes Mehl, weiche Butter, Eier und Vanille mit dem Knethaken der Küchenmaschine zu einem festen Teig verarbeiten. Dieser muss nun für mindestens 2 Stunden in den Kühlschrank - ich habe ihn am Vortag zubereitet. Die gemahlenen Mandeln in einer beschichteten Pfanne ohne Fett anrösten und stets etwas umrühren. Dabei recht aufmerksam sein, sie werden schnell zu dunkel.

Der Teig wird nun in 8 Portionen geteilt und auf einer gut mehlierten Arbeitsfläche flach gedrückt. Die Aprikosen seitlich einschneiden, den Kern entfernen und mit einem Stück Würfelzucker, dass mit Marillenbrand betreufelt wurde, füllen.  Jeden Fladen mit beiden mehlbestäubten Händen um eine Aprikose zu einen Knödel formen.

Einen Topf mit viel Salzwasser zum kochen bringen und die Knödel darin 20 Minuten leise köchelnd garen, mit der Schaumkelle herausfischen und kurz auf Küchenkrepp abtropfen lassen. In der Zwischenzeit die Butter auf kleiner Flamme schmelzen und sobald sich die Molke abgesetzt hat, ab und an schwenken, bis die Butter hellbraun geworden ist. Dies geschieht äußerst schnell, so dass man wirklich aufpassen muss.

Die Knödel erst in der Nussbutter und dann in den Mandelbröseln wälzen und zusammen mit der restlichen Butter in einem tiefen Teller anrichten.

P.S.: Bitte nach dem Servieren nicht vergessen das Knödelwasser auszustellen... das MIR Wasser anbrennt ist bisher auch noch nicht passiert :-)! Kochen, Fotografieren und Geniessen - das waren doch zuviele Dinge aufeinmal - Männer sind ja bekanntlich nicht multitasking-fähig.






Kommentare:

  1. schauen sehr gut aus, die hamburger marillenknödel. statt der reinen mandelbrösel würde ich schon auch "echte" brösel mit den mandeln mischen. ansonsten: alles bestens. und die prise salz im teig nicht vergessen...

    unsere marillenknödel zum vergleich:
    http://www.esskultur.at/index.php/2008/08/04/das-marillenknoedeldogma/

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  2. Einfach Köstlich!
    Wir waren früher viel im Mühlviertel im urlaub und ahben im Somemr natürlich immer einen Ausflug in die Wachau gemacht. Für die Eletrn gabs Wein, für mich Marillenknödel *schmelz*

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  3. Ja an die Marillen in der Wachau erinnere ich mich auch und an eine tolle Fahrradtour.

    Sehen wirklich lecker aus, deine Aprikosenklöße, schließlich bin ich Norddeutsche ;-)

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  4. Interpretationen fallen mir als Nordlicht gar nicht auf. Sehen köstlich aus, Deine Knödel!

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  5. @katha: sag ist doch ist ein dogma... :-)

    @suse und Ulrike: ja, das ist wirklich eine wunderbare Landschaft... muss unbedingt mal wieder eine Reise dahin unternehmen.

    @Astrid: Mandelbrösel sind dann wohl eine norddeutsche Erfindung - fand ich aber ganz gut - Semmelbrösel waren mir irgendwie nicht lecker genug.

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